Thomas Köstlin

1957 in Bielefeld geboren wuchs Thomas Köstlin vor allem in Erlangen auf. Die beiden Jahre am Atlantic College (1974-1976) gehören für ihn zu seinen wichtigsten und schönsten Jahren. Sie haben sein ganzes weiteres Leben beeinflusst und geprägt.

„Atlantic College hat uns subtil gelehrt, entsprechend unserer Fähigkeiten Verantwortung für uns und andere zu übernehmen. Dazu brauchte es nie den moralischen Zeigefinger. Anderen zu helfen und Verantwortung zu übernehmen war keine Last, sondern persönliche Herausforderung. Und wenn uns eine schwierige Aufgabe gelang, waren wir nicht nur erschöpft, sondern vor allem glücklich. Das war damals so und ist bis heute so geblieben.“

Thomas hat in Tübingen und Aix-en-Provence Jura studiert und sich daneben stets mit Geschichte und Kultur auseinandergesetzt. Nach dem Ersten Staatsexamen schloss sich ein einjähriges Masterstudium in Internationalen Beziehungen an der Fletcher School of Law and Diplomacy, Tufts University, Massachusetts, USA an. Von 1983 bis 1988 lebte Thomas das erste Mal für Referendariat und Doktorarbeit („Die Kulturhoheit des Bundes“) in Berlin. Nach ersten Berufserfahrungen im Wissenschaftsmanagement bei der Max-Planck-Gesellschaft in München kehrte er 1997 nach Berlin zurück und arbeitet seither für seine eigentliche Leidenschaft, die Kultur und Geschichte. Dies waren sechs Jahre als Stellvertretender, teilweise amtierender Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Sanssouci, Charlottenburg, Rheinsberg u.a. ) und sechs Jahre als Kaufmännischer Geschäftsführer der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (Berliner Festspiele, Haus der Kulturen der Welt, Internationale Filmfestspiele Berlin, Martin-Gropius-Bau), in denen Thomas diese Institutionen nicht nur kaufmännisch führte, sondern ihre strategische Ausrichtung und ihr inhaltliches Profil mit prägen konnte.

Seit 2009 wagt Thomas das „Abenteuer“ der Selbständigkeit. Als Ausstellungsmanager unterstützt er öffentliche Institutionen und private Unternehmungen im weitesten Sinne kulturelle Ausstellungen erfolgreich auszurichten. Dies reicht über strategische Beratung und Konzepte über die Produktion der Ausstellung bis hin zur Laufzeitbetreuung oder eine Überführung in eine Dauer- oder Wanderausstellung.

Daneben hat Thomas sich seit Mitte der 90er Jahr im Rahmen der Deutschen Stiftung United World Colleges für Atlantic College und ihre Schwesterschulen ehrenamtlich engagiert und über zehn Jahre nach der jährlichen Schülerauswahl die Verhandlungen mit den Eltern über ihre Beteiligung an den Schulgebühren geführt. Als er 2009 aus beruflichen Gründen diese Aufgabe abgab, bat ihn die Auswahlkommission der Deutschen Stiftung UWC seine diversen Erfahrungen in die Schülerauswahl mit einzubringen; 2010 war er zum ersten Mal wieder Mitglied der Auswahlkommission.